Gedanken
18.05.2025: Song Contest: Gestern habe ich mir im ORF die Zusammenfassung vom Song Contest angesehen und mir dabei einige Gedanken gemacht. Von außen betrachtet muss man sich schon wundern, wofür sich Menschen begeistern können. Mit Kunst hat vieles davon für mich wenig zu tun. Eigentlich ist es vor allem Show und Spektakel.
Klar, die ganze Technik und der Aufwand, mit dem solche Veranstaltungen aufgezogen werden, sind gewaltig und verlangen einem Respekt ab. Aber die Musik selbst empfinde ich teilweise als ziemlich grauenhaft. Dass ich schon älter bin, ist wohl nicht der Punkt, denn ich habe diese Art von Musik eigentlich schon immer eher als niveaulos betrachtet. Früher war zumindest das Spektakel noch deutlich geringer.
Darüber nachzudenken, wie viel Geld und Aufwand für solche Veranstaltungen aufgewendet werden und was man damit sonst Sinnvolles machen könnte, darf man ohnehin nicht. Trotzdem muss man solche Events auch wieder positiv sehen. Die Menschen lenken sich ab, fiebern mit und begeistern sich für etwas — auch wenn es objektiv gesehen oft ziemlich trivial erscheint.
Im Grunde kann man das auch mit Fußballfans vergleichen. Viele identifizieren sich so stark mit ihrem Verein, dass Freude und Leid vom Ausgang eines Spiels abhängen. Daran erkennt man, dass viele Menschen im Innersten doch ein Stück weit Kinder geblieben sind - was vielleicht auch gut ist. Denn man braucht solche „Ventile“, um den Alltag, unerfüllte Lebensziele oder persönliche Probleme zumindest zeitweise zu verdrängen.
Auf der einen Seite entwickelt die Menschheit Hochtechnologie wie KI und bleibt dennoch in vielen Bereichen emotional wie vor Jahrhunderten. Hierbei wird wieder ganz deutlich, dass der technische Fortschritt viel schneller verläuft als menschliche Reifung. Unsere Gehirne sind biologisch noch immer stark auf Gemeinschaft, Status, Emotion und Unterhaltung ausgerichtet.
Vielleicht ist deshalb auch die Vorstellung einer rationalen, „höher entwickelten“ Menschheit unrealistisch. Menschen brauchen und wollen offenbar nicht nur Erkenntnis und Vernunft, sondern vor allem Spiel, Ablenkung und Emotionen. Vielleicht ist die Welt deshalb so wie sie ist - oft auch ungerecht und mit Leid verbunden. Denn wirklich vernünftige Menschen würden sich nicht bekriegen.
04.04.2026: Energiekrise: Hier in Kurzfassung als Leserbrief in der TT. Die aktuelle Energiekrise führt uns einmal mehr vor Augen, wie fragil und störanfällig unsere gesamte Wirtschafts- und Versorgungsstruktur geworden ist. Es reicht, wenn eine Meerenge im Nahen Osten eingeschränkt passierbar ist und schon reagieren die Energiemärkte mit massiven Preissprüngen. Unser global vernetztes System ist sehr sensibel. kleinste Störungen können weitreichende Folgen haben. Gerade in solchen Momenten wird klar, wie wichtig eine möglichst unabhängige Energieversorgung ist.
Stattdessen erleben wir seit Jahren lediglich eine Verschiebung von Abhängigkeiten. Früher war es das Gas aus Russland, heute beziehen wir Flüssiggas aus den USA und anderen Regionen der Welt. Am Grundproblem hat sich nichts geändert – wir sind weiterhin auf externe Energiequellen angewiesen.
Besonders widersprüchlich wird es, wenn man sich vor Augen führt, dass bei uns die Gasgewinnung durch Fracking nicht erlaubt ist, wir aber gleichzeitig genau dieses Gas importieren. Diese Form der „Auslagerung“ von Umweltbelastungen ins Ausland ist wenig konsequent und lässt Zweifel zur Glaubwürdigkeit energiepolitischer Entscheidungen aufkommen.
Wenn wir diese Abhängigkeiten tatsächlich reduzieren wollen, müssen wir unsere eigenen Potenziale konsequenter nutzen. Der Ausbau von Wind- und Solarenergie ist dabei ein wichtiger Schritt, aber woher bekommen wir die Energie, wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht. Auch löst Sonne und Wind nicht das zentrale Problem, nämlich die fehlende Speicherbarkeit von Energie. Denn Strom muss im Netz praktisch in dem Moment erzeugt werden, in dem er verbraucht wird.
Gerade mit dem Ausbau von Sonnen- und Windenergie ist die Energiespeicherung der Schlüssel zu einer stabilen und unabhängigen Energieversorgung. Eine der effizientesten und technisch ausgereiftesten Lösungen dafür sind Speicherseen im Gebirge. Die Umwandlung von potenzieller Energie inform von Wasser in elektrische Energie erreicht Wirkungsgrade von 80 bis 88 %. Dieses Prinzip ist einfach, robust und seit Jahrzehnten bewährt.
Tirol bzw. Österreich verfügt hier über außergewöhnliche Voraussetzungen, die nur wenige Länder in dieser Form haben. Umso unverständlicher ist es, dass dieses Potenzial nicht konsequenter genutzt wird. Stattdessen akzeptieren wir weiterhin Abhängigkeiten vom globalen Energiemarkt – und damit auch die damit verbundenen Risiken.
Ein zentrales Problem liegt dabei auch im Umgang mit Infrastrukturprojekten. Es wird immer Gegner geben – das ist in einer offenen Gesellschaft selbstverständlich. Die Gründe dafür sind vielfältig: persönliche Betroffenheit, unterschiedliche Interessenlagen oder auch der Wunsch, sich öffentlich zu profilieren. Nicht selten wird dabei jedoch nur ein sehr enger Blickwinkel eingenommen, während die gesamtgesellschaftlichen Vorteile in den Hintergrund treten.
Es stellt sich daher die grundsätzliche Frage der Verhältnismäßigkeit: Kann es wirklich sinnvoll sein, dass Projekte, die für einen Großteil der Bevölkerung einen klaren Nutzen bringen, am Widerstand einer kleinen Minderheit scheitern? Wenn 99 % von einer Maßnahme profitieren würden, sollte es nicht möglich sein, dass 1 % diese dauerhaft blockieren können. Eine solche Entwicklung gefährdet nicht nur einzelne Projekte, sondern langfristig auch die Handlungsfähigkeit unserer gesamten Gesellschaft.
Natürlich ist der Schutz von Natur und Umwelt wichtig – daran besteht kein Zweifel. Doch dieser Schutz darf nicht isoliert betrachtet werden. Wenn notwendige Energieinfrastruktur verhindert wird, entstehen an anderer Stelle oft deutlich größere ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Schäden.
28.02.2026: Möglichst gesund alt werden: Wir leben in einer Zeit, in der Karriere, Status und Vermögen oft als Maßstab für Erfolg gelten. Viele investieren enorme Energie in ihre berufliche Entwicklung – und vernachlässigen dabei das Fundament, auf dem alles aufbaut: ihre Gesundheit. Wenig Bewegung, ungesunde Ernährung, Stress, Übergewicht und Gelenkbeschwerden sind häufige Begleiter.
Doch was bedeuten berufliche und gesellschaftliche Erfolge, wenn man krank wird? In dem Moment treten andere Ziele plötzlich in den Hintergrund. Erst dann begreifen wir, welchen Wert Gesundheit tatsächlich hat. Sollte daher nicht das wichtigste Ziel im Leben sein, möglichst gesund alt zu werden.
Die ewige Jugend gibt es nicht - altern ist unvermeidlich. Aber wie wir altern, ist zu einem großen Teil beeinflussbar. Einer der stärksten messbaren Faktoren dafür ist die sog. VO₂max – die maximale Sauerstoffaufnahme des Körpers (ml/min/kg). Sie beschreibt, wie leistungsfähig Herz, Lunge, Gefäße und Muskulatur zusammenarbeiten.
Eine hohe VO₂max steht in engem Zusammenhang mit:
- weniger Herz-Kreislauf-Problemen
- besserer Stoffwechselgesundheit
- niedrigerer chronischer Entzündungsgefahr
- höherer Belastbarkeit im Alltag
- höherer Lebenserwartung
- geringerem Demenzrisiko
- Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit
Alles Eigenschaften, die zu den wertvollsten Zielen eines menschlichen Lebens gehören sollten.
Die Erlangung einer hohen Sauerstoffaufnahme wird einem nicht geschenkt – genauso wenig wie einem Gesundheit nicht geschenkt wird. Eine hohe VO₂max kann man nicht kaufen. Sie ist das Ergebnis von regelmäßiger Bewegung, Ausdauertraining und Disziplin.
In der öffentlichen Diskussion steht jedoch meist anderes im Vordergrund: beruflicher Erfolg, Status, Besitz. Gesundheit hingegen ist ein innerer Wert. Und innere Werte lassen sich nicht zur Schau stellen.
Dabei ist die Fähigkeit, mit 70 oder 80 noch kraftvoll Treppen steigen zu können, vermutlich der größere Erfolg als jede Karrierestufe oder ein dickes Bankkonto.
Ausdauertraining bedeutet nicht Leistungsbesessenheit, sondern Verantwortung für den eigenen Körper zu übernehmen. Es bedeutet, Reserven aufzubauen – nicht für den Wettkampf, sondern für das Leben.
Gesundheit ist ein stiller Erfolg, der alles andere in den Schatten stellt.
14.02.2026: Opernball im Zeitalter der Dauerinszenierung: Die Bilder könnten gegensätzlicher kaum sein: Menschen vor ihren zerbombten Häusern im Gazastreifen und in der Ukraine – und zeitgleich der Prunk und Glanz des Wiener Opernballs. Früher existierten gesellschaftliche Gegensätze ebenfalls, doch heute werden sie durch die Medien nebeneinander ausgestrahlt.
Der Ball ist längst mehr als ein kulturelles Ereignis - er ist Bühne für die Selbstinszenierung. Wer dort erscheint, erscheint nicht nur im Saal, sondern auf Bildschirmen und in sozialen Medien. Das Dabeisein wird zur Botschaft: Seht her, ich gehöre dazu. Während einst der gesellschaftliche Rang im kleinen Kreis demonstriert wurde, geschieht die Darstellung heute öffentlich und allgegenwärtig.
Es ist nicht das Feiern an sich, das stört. Es ist das demonstrative Zurschaustellen vermeintlichen Erfolgs in einer Welt, in der gleichzeitig Millionen Menschen unterdrückt werden und existenziell leiden. Die technischen Möglichkeiten der Medien haben die Bühne vergrößert – und damit auch die Darstellung des Egos. Nicht der Reichtum ist neu, sondern die Bewunderung für seine öffentliche Inszenierung.
Ein bescheidener Mensch hat kein Bedürfnis, seinen Status öffentlich zu zeigen. Doch in unserer Zeit ist die Selbstdarstellung zur Normalität geworden. In meiner Jugendzeit hat man die Selbstdarsteller als Angeber belächelt und nicht ernst genommen. Heute sind sie angesehen und werden bewundert. (Auch als Leserbriefchen.)
01.02.2026: Mit der KI werden sich bislang ungeahnte Möglichkeiten ergeben: Der Informationstransport ist im Gehirn des Menschen biochemisch - über Ionen, beim Computer hingegen physikalisch über Elektronen. Diese sind erheblich kleiner und bewegen sich um ein Vielfaches schneller als Ionen. Allein daraus ergibt sich, dass die Informationsverarbeitung in Maschinen grundsätzlich wesentlich schneller ist als im menschlichen Gehirn. Schon aus diesem Grund wird künstliche Intelligenz der menschlichen Intelligenz in vielen Bereichen deutlich überlegen sein.
Wenn man bedenkt, dass bereits die menschliche Intelligenz zu teils unglaublichen technischen Errungenschaften fähig war, stellt sich die Frage, wie weit diese Entwicklungen reichen werden, wenn der Mensch von einer Intelligenz unterstützt wird, die ihm in bestimmten Bereichen um ein Vielfaches überlegen ist.
So könnten Probleme gelöst werden, an denen der Mensch bislang gescheitert ist – etwa in der Krebsforschung, bei seltenen und bisher unheilbaren Krankheiten oder in der Entwicklung neuer Medikamente. Auch in der Physik könnten bestehende Theorien über Raum, Zeit und Materie neu gedacht werden. Die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind kaum vorstellbar.
Gleichzeitig verleiht diese Entwicklung den KI-führenden Ländern, insbesondere den USA und China, enorme Macht. Und wie jede Form von Macht ist auch diese zwiespältig. Sie kann Fortschritt und Heilung bringen, aber ebenso missbraucht werden. Die Angst vor der KI ist daher weniger eine Angst vor der Technologie als vor dem Menschen, der sie nutzt.
28.01.2026: Darum sind ideelle Werte für den Menschen so wichtig: Wenn Zufriedenheit und Freude über Erreichtes nur von kurzer Dauer sind, dann entscheidet nicht die Größe des Erfolgs über das Glück, sondern die Einfachheit seines Erreichens. Am glücklichsten scheinen die Menschen zu sein, die ohne großen Aufwand immer wieder Sinn und Gelingen finden. Es sind die kleinen Freuden des Lebens: jemandem zu helfen, ein gutes Gespräch, den eigenen Körper beim Sport zu spüren und nach der Anstrengung mit Genuss zu essen. Auch geistige Tätigkeiten im Berufsleben können diese Form von Erfüllung geben – wie eine gute Idee, eine gelungene Berechnung oder Beschreibung.
Diese Freuden sind nicht spektakulär, aber sie sind wiederholbar und verlangen keinen materiellen Einsatz.
Wer hingegen Freude vor allem im Besitz und im Konsum materieller Dinge sucht, gerät leicht in eine Endlosschleife. Die Freude über das Neue verblasst rasch, das Gekaufte wird normal, und schon entsteht das Bedürfnis nach dem Nächsten. Glück wird dann abhängig von ständigem Mehr.
25.01.2026: Einfach nur Sein? Wie einfach und schön wäre das Leben, wenn man mit dem was man hat und ist, langfristig zufrieden wäre. Doch sobald ein Wunsch oder ein Ziel erreicht ist, taucht schon das nächste Ziel auf. Der Mensch begehrt, weil es in seiner Biologie so vorgegeben ist. Das Begehren treibt Entwicklung, Lernen und Anpassung an. Doch sobald ein Ziel erreicht ist, verliert es seine Kraft. Das Erreichte wird normal, der innere Mangel taucht an anderer Stelle wieder auf. Deshalb ist Zufriedenheit kein stabiler Zustand, sondern meist nur ein Übergang zwischen zwei Wünschen.
Unsere moderne Gesellschaft hat dies beschleunigt. Internet, Social-Media und Konsumangebote sorgen dafür, dass kaum noch Leerlauf vorhanden ist. Jeder Moment kann gefüllt und jedes Unbehagen sofort überdeckt werden. Aber wahre Erfüllung sind diese oberflächlichen Dinge nicht – eher Ablenkung und dies verstärkt sogar noch das Gefühl, dass etwas fehlt.
Darum wirkt die Vorstellung so verlockend - ein Leben, das nicht ständig nach dem Nächsten greift, sondern im Sein ruht. Jedoch ist eine innere Genügsamkeit schwer, weil es gegen unsere Biologie ist und gesellschaftlich auch nicht gefördert wird.
Für eine dauerhafte Zufriedenheit ist der Mensch nicht gemacht. Der innere Lebensantrieb lässt sich nicht ausschalten. Das Leben ist ein ständiges Anstrengen und Loslassen und so wechseln sich innere Unruhe und Zufriedenheit immer wieder ab.
18.01.2026: Entwicklungsschritt vom Kind zum Erwachsenen: Wenn man die Menschen auf den Straßen, Skipisten, Zuschauertribünen oder die Politiker im Fernsehen beobachtet, entsteht oft der Eindruck, dass wir alle doch noch Kinder geblieben sind. Biologisch werden wir erwachsen, psychologisch und moralisch oft nur bedingt, oder?
Viele „kindliche“ Muster verschwinden kaum, sondern nehmen nur sozial akzeptierte Formen an. Die Angst, zu kurz zu kommen, ist beim Kind allgegenwärtig - beim Erwachsenen ist es nicht viel anders, es zeigt sich als Konkurrenzdenken, Statussicherung oder Besitzstreben.
Der Egoismus eines Kindes lebt bei uns Erwachsenen oft weiter. Er ist dabei nicht einfach ein Charakterfehler, sondern eine primitive Überlebensstrategie. Statussymbole sind im Grunde nichts anderes als Erwachsenen-Ersatz-Spielzeuge. Wie Kinder mit Spielsachen um Anerkennung ringen, signalisieren Erwachsene mit Auto, Haus oder Titel Zugehörigkeit, Erfolg und Schutz vor Bedeutungsverlust. Es geht weniger um den Gegenstand selbst als um die Botschaft: "Schaut, ich bin erfolgreich".
Bei Politikern und Machthabern tritt dieses Muster besonders deutlich zutage, weil Macht ein starkes Verstärkungssystem ist. Wer aufsteigt, lernt schnell, dass Selbstinszenierung oft erfolgreicher ist als moralische Reife. Deshalb sind in Machtstrukturen nicht die Reifsten am erfolgreichsten, sondern häufig die, die sich besonders gut präsentieren können.
Das Erwachsensein geht leider nicht automatisch mit innerer Reife einher, da es kein biologischer Zustand ist, sondern eine bewusste Entwicklungsleistung. Sie entsteht durch Selbstreflexion und die Fähigkeit, eigene Bedürfnisse zu relativieren und nicht in den Vordergrund zu stellen. Diese Eigenschaften werden jedoch gesellschaftlich kaum gefördert. Eher im Gegenteil, in unserer Social-Media-Zeit gerät ein Mensch ins Abseits bzw. wird zum Außenseiter, wenn er nicht von sich ständig etwas zeigt und postet.
So bleiben viele Erwachsene psychologisch Kinder - jedoch mit größerem Handlungsspielraum. Und weil dieses Verhalten besonders bei den Mächtigen anzutreffen ist und diese oft als Vorbilder angesehen werden, ist die Welt so, wie sie ist.
06.01.2026: Technischer Fortschritt = menschlicher Fortschritt? Es ist sehr beeindruckend, was wir Menschen technisch in den letzten 150 Jahren weiterentwickelt haben. Irgendwie verleitet dies zu glauben, dass wir auch menschlich und moralisch entsprechend dazugelernt haben. Dass dem leider nicht so ist, zeigen die jüngsten Ereignisse auf der Welt. Es ist sogar so, dass vor allem die Mächtigen unter uns durch den technischen Fortschritt immer mehr Möglichkeiten haben ihre Ziele und Forderungen durchzusetzen und es deshalb auf der Welt immer gefährlicher wird und es auch immer mehr Leid gibt.
Technik entwickelt sich, indem Wissen gespeichert, verbessert und weitergegeben wird. Dabei werden Fehler einfach korrigiert. Der Mensch hingegen entwickelt sich nicht automatisch, sondern nur durch innere Arbeit, Begrenzung, Verantwortung, Bildung und auch durch Leid. Diese Form von Entwicklung ist langsam und zerbrechlich und muss jeder Einzelne selbst schaffen.
Der technische Fortschritt hat dem Menschen enorme Macht verliehen, ohne ihn zugleich reifer zu machen. Was früher durch materielle Knappheit, soziale Kontrolle oder geringe Reichweite begrenzt war, kann heute frei ausgelebt werden. Dadurch greift Egoismus, Geltungsdrang, Manipulation und Ausbeutung immer mehr um sich bzw. scheint schon fast zur Normalität zu werden. Die Technik wirkt dabei wie ein Verstärker und nicht als Korrektur. Ein reifer Mensch nutzt die Technik konstruktiv, ein unreifer auch destruktiv. In diesem Sinn entstehen heute nicht weniger Ungerechtigkeiten, sondern vielmehr immer schnellere und globalere.
Wer Macht, Geld oder Aufmerksamkeit sucht, findet durch Technik effizientere Werkzeuge als je zuvor. Unsere Gesellschaft belohnt den Egoismus oft sogar. Durch Leistungsmessung, Rankings, Karrieren, Wahlkämpfe und Statussymbole wird genau das Verhalten verstärkt, das wir eigentlich als „unreif“ bezeichnen würden. Reife wäre Zurücknahme – belohnt wird aber Durchsetzung.
Wir haben zwar gelernt, die Welt zu beherrschen, aber kaum uns selbst. Solange sich das nicht ändert, wird jeder weitere technische Fortschritt zwar Möglichkeiten erweitern – aber auch die Ungerechtigkeiten, die aus einem ungezügelten Ego entstehen können. Somit ist der Engpass unserer Zeit nicht die Technik, sondern die menschliche Reife, mit der wir sie nutzen. Auch als Leserbrief in der TT.
03.01.2026: Hier die Höhenmeter-Auswertungen der letzten 5 Jahre. 2025 ist sich die Million sogar mit einer schönen Überschreitung ausgegangen. Gut ersichtlich auf der ersten Seite mit den Summenlinien. Die letzten 3 Monaten hab ich 2025 dann etwas geschwächelt - aber das Wetter war hier auch oft ungemütlich. Am Ende auch die Excel-Tabellen.
01.01.2026: Wie wird die KI unsere Arbeitswelt und unser Leben verändern? Erfahren wir Menschen nicht einen großen Teil unserer Erfüllung daraus, etwas aus eigener Kraft bewirkt zu haben? Demgegenüber ist reines Haben statisch und meist nur kurzfristig befriedigend, weil es ichbezogen ist, eher Neid erzeugt und keine echte Beziehung zwischen Mensch und der Welt herstellt. In diesem Sinn ist wohl Tun erfüllender als Haben.
Ein Leben ohne Aufgabe mag bequem erscheinen, ist jedoch existenziell leer. Sinn entsteht dort, wo Anstrengung, Verantwortung und Ziel zusammenfallen. Wird dem Menschen dies entzogen, verliert er nicht nur Arbeit, sondern auch Orientierung und innere Stabilität. Historisch gesehen waren die zufriedensten Menschen selten die Wohlhabendsten, sondern jene, die gebraucht wurden. Das Gefühl, für andere nützlich zu sein, ist oft stärker als jede materielle Belohnung. Technischer Fortschritt hat diesen Lebenssinn bisher nicht aufgehoben, sondern meist nur die Form der Arbeitsweise verändert.
Mit der KI droht jedoch erstmals, dass nicht nur schwere oder monotone Arbeit verschwindet, sondern sinnstiftende Tätigkeit selbst. Wenn geistige Arbeit in großem Umfang automatisiert wird, verlieren viele Menschen den Ort, an dem sie sich für die Allgemeinheit einbringen können. Zurück bleibt nicht Entlastung, sondern das Gefühl von Bedeutungslosigkeit.
Gleichzeitig leben wir bereits in einer Gesellschaft, die das Tun eher entwertet und das Haben – Konsum, Besitz, Status – überbetont. Die KI könnte diese Entwicklung weiter verstärken, indem sie viele geistige und sinnvolle Tätigkeiten übernimmt. Menschen ohne Aufgabe neigen jedoch zu Unzufriedenheit, innerer Leere, Rückzug oder Protest.
Sinn lässt sich nicht konsumieren, sondern muss täglich neu getan werden. Dazu braucht es Tätigkeiten, die Zeit, Aufmerksamkeit und Können erfordern. Nimmt die KI dem Menschen Arbeit ab, ohne neue Formen sinnvollen Tuns zu eröffnen, entsteht eine gefährliche Leere.
Gesellschaftspolitisch wird es daher entscheidend sein, neue Formen sinnvoller Tätigkeit zu ermöglichen. Auch das Bildungssystem steht vor einer Neuausrichtung: Wenn Wissen jederzeit verfügbar ist, verliert reines Faktenlernen an Bedeutung. Gefragt sind Urteilsfähigkeit, Verantwortung, Gestaltungskraft und Kooperation – Fähigkeiten, die Maschinen nicht ersetzen, sondern allenfalls unterstützen können.
Ich denke, eine zentrale Frage der Zukunft ist daher nicht, wieviel wir besitzen, sondern wofür wir noch gebraucht werden.
25.12.2025: Spracherkennung und KI: Es ist schon faszinierend, welche Maschinen die Menschheit hervorgebracht hat. Die beeindruckendste Maschine ist wohl die KI und damit insbesondere die Spracherkennung.
Die KI auf Anhieb zu verstehen, ist schwierig. Aber wie bei fast allen Dingen, kommt man im Laufe der Zeit durch Recherchen, Lesen und Nachdenken dann doch einigermaßen dahinter.
Die Idee, Sprache maschinell zu verarbeiten, reicht bis in die 1950er- und 1960er-Jahre zurück. Sprache wurde als Abfolge von Grammatikregeln und Symbolen betrachtet. Man erkannte aber, dass natürliche Sprache dafür zu komplex und zu unregelmäßig ist. Mit zunehmender Rechnerleistung setzte sich ab den 1990er-Jahren ein statistischer Ansatz durch: Man modellierte Sprache als Wahrscheinlichkeiten von Buchstaben- oder Wortfolgen. Diese Modelle waren mathematisch einfach, scheiterten jedoch an längeren Zusammenhängen.
Ab etwa 2010 ermöglichte die Kombination aus großen Textdaten, leistungsfähigen Rechnern und neuronalen Netzen einen qualitativen Sprung. Künstliche neuronale Netze (KNN) werden beim maschinellen Lernen eingesetzt. Damit können Computer Probleme lösen, die zu kompliziert sind, um sie mit Regeln zu beschreiben, zu denen es aber viele Daten gibt, die als Beispiele für die gewünschte Lösung dienen können. Ein Algorithmus passt das zunächst unwissende Netz so an die Beispieldaten an, dass es auf neue Fälle verallgemeinert werden kann. Dieser Vorgang wird Training genannt. Das trainierte Netz kann für neue Daten Vorhersagen treffen oder Empfehlungen und Entscheidungen erzeugen.
Tiefe neuronale Netze konnten erstmals komplexe Sprachmuster lernen, ohne besondere Regeln zu benötigen. Der entscheidende Durchbruch kam mit sogenannten Transformern (ab 2017), die Zusammenhänge über sehr lange Textabschnitte hinweg berücksichtigen können. Damit wurde es möglich, Sprachmodelle auf riesigen Textmengen zu trainieren und auch Antworten zu erzeugen. Bei KI-Systemen wie ChatGPT wurden statistische Modelle mit Milliarden Parametern auf großen Teilen des verfügbaren Textwissens trainiert. Man kann vereinfacht sagen, ein Sprachmodell ist wie jemand, der alle Bücher der Welt gelesen hat, sich aber an kein einziges bewusst erinnert, sondern nur daran, wie gute Antworten typischerweise klingen.
24.12.2025: USA, Europa und Russland: Hier der Link zu einem hervorragenden Vortrag von Prof. Hans-Werner Sinn: „Trump, Putin und die Vereinigten Staaten von Europa“, gehalten am 15.12.2025 beim Wirtschaftsbeirat Bayern.
Europa lebte seit den 1990er-Jahren von einer historischen Ausnahmesituation:
- militärischer Schutz durch die USA,
- offene Weltmärkte,
- billige Energie, vor allem aus Russland.
Diese „Friedensdividende“ kam den Bürgern Europas sehr zugute. Wohlstand und Sozialstaat konnten stark ausgebaut werden und gelten inzwischen als selbstverständlich. In den letzten Jahren ist diese Konstellation jedoch etwas zerbröselt.
Die USA weisen sehr hohe Staatsschulden auf und stehen zunehmend unter Druck ihren Haushalt zu stabilisieren. Präsident Trump und seine Berater suchen daher nach zusätzlichen Einnahmequellen, etwa durch Zölle und handelspolitische Maßnahmen. Die traditionelle europäische Sicherheitsordnung unter dem Einfluss der USA ist ins Wanken geraten. Unter Präsident Trump ist die militärische und politische Unterstützung für Europa unberechenbar geworden. Putin wiederum hat den Zerfall der Sowjetunion nie überwunden und verfolgt das Ziel, insbesondere die rohstoffreiche Ukraine wieder in den russischen Einflussbereich zu integrieren. Putins imperialistische Politik stellt eine Sicherheitsbedrohung für Europa dar.
Europa liegt zwischen diesen Machtblöcken, ist jedoch politisch uneinig. Nationale Interessen dominieren, während eine gemeinsame strategische Linie fehlt. Wenn die USA nicht mehr bereit oder fähig sind, Europa militärisch vor Russland zu schützen, muss Europa selbst handlungsfähig werden. Deshalb schlägt Hans-Werner Sinn die Bildung eines europäischen Bundes vor, um eine einheitliche europäische Wehrmacht zu ermöglichen. Die Aufgaben wären:
- eine gemeinsame Verteidigungsstrategie und Armee
- ein demokratisch legitimiertes Regierungssystem mit verbindlicher Entscheidungskompetenz
- eine gemeinsame nukleare Abschreckungsfähigkeit zur Sicherung glaubwürdiger Verteidigung.
Wahrscheinlich wäre eine gemeinsame europäische Armee mit weniger Kosten verbunden, als wenn, wie bisher, jeder Staat seine eigene Wehrmacht unterhält. Allerdings wird ein solcher europäischer Bund politisch und gesellschaftlich äußerst schwer durchsetzbar sein.
20.12.2025: Ständig auf der Suche nach Wahrheit: Noch nie hatten wir so viele Möglichkeiten, uns zu informieren. Und doch wird es immer schwieriger zu beurteilen, welchen Informationen wir vertrauen können und welche falsch oder zumindest unvollständig sind. Wenn wir ehrlich sind, kennen wir meist nur einen Teil der Wahrheit, denn die zugrundeliegenden Zusammenhänge sind oft komplex. Gleichzeitig gibt es immer mehr Möglichkeiten, Informationen und Nachrichten gezielt zu beeinflussen. Müsste man nicht bei jeder Nachricht zuerst fragen: Wer hat einen Nutzen davon, dass genau diese Information verbreitet wird?
Wir werden von Informationen überschwemmt, doch nur wenige machen sich die Mühe zu prüfen, ob diese tatsächlich vertrauenswürdig sind. So werden Unwahrheiten allmählich zu scheinbaren Tatsachen – und daraus entstehen dann Hass, Neid und Aggressivität.
Vor allem Menschen in gehobenen Positionen verfügen über deutlich größere Möglichkeiten, Tatsachen zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Oft scheint es sogar so, als seien gerade die Mächtigsten besonders geschickt darin, Informationen zu „gestalten“ – und sind möglicherweise auch deshalb in diese Positionen gelangt. Macht bedeutet Zugang zu Reichweite, Einfluss und Kontrolle. Und das Streben nach Macht hat häufig mit der Fähigkeit zu tun, Informationen zu lenken und zu regulieren.
Je weniger Menschen lesen, hinterfragen und sich weiterbilden, desto leichter sind sie beeinflussbar. Wahrheitsfindung ist Arbeit. Sie erfordert Zeit, Skepsis und die Bereitschaft nicht sofort eine Meinung zu haben, sondern zuerst zu recherchieren und nachzudenken. Wir müssen akzeptieren, dass es meist nicht "die eine Wahrheit" gibt, sondern nur Annäherungen. Dabei ist Bescheidenheit ebenfalls wichtig, da auch die eigene Sicht unvollständig sein kann.
Vielleicht machen mir deshalb Berechnungen so große Freude, denn sie sind eine gute Methode, der Wahrheit möglichst nahe zu kommen. Viele technische und physikalische Vorgänge lassen sich mit Hilfe der Mathematik gut berechnen und grafisch verständlich darstellen. Natürlich bleiben auch dort komplexere Zusammenhänge Annäherungen. Wahrscheinlich erklärt das auch meine Skepsis gegenüber Berechnungen sehr umfangreicher Systeme – etwa die zukünftige Golfstrom- und CO2-Entwicklung – bei denen sehr viele Annahmen eingehen und sich am Ende oft genau das berechnen lässt, was herauskommen soll.
Das eigentliche Problem mit der Wahrheit beginnt, wenn Menschen aufhören, Fragen zu stellen. Ich denke, Wahrheitsfindung ist ein fortwährender Prozess und die ständige Bereitschaft zur Korrektur. Hier die etwas gekürzte Leserbrief-Fassung in der TT am 23.12.2024.
09.12.2025: Wieviel Zappelstrom vertägt das Netz? Vor 7 Jahren am 18.12.2017 hat Hans-Werner Sinn einen Vortrag über die Energiewende in München gehalten. Dieser ist aktueller denn je - hier der Link zu dieser Sternstunde eines Vortrages. Anschaulicher kann man wohl auf die Probleme der Energiewende nicht hinweisen. Faszinierend ist auch, wie gebannt die Gäste im Saal Herrn Sinn zuhören. Er zeigt auch, wieviel speicherfähige Energie wir für den Ausgleich von Sonnen- und Windstrom benötigen. Leider werden in den Medien diese riesigen Herausforderungen, die bei der Umsetzung der Energiewende auf uns zukommen, nie thematisiert. Viele Leute wollen das auch nicht wahrhaben und glauben so wie kleine Kinder lieber noch an den Weihnachtsmann. Leider gibt es auch viele Politiker, die noch ans Christkind glauben.
07.12.2025: Intelligente Menschen: Immer wieder faszinierend, welche Unterschiede es bei uns Menschen gibt. Einerseits herrschen Geltungssucht, Neid und Gier und andererseits versuchen Menschen sich selbst zurück zu nehmen, um anderen zu helfen. Dann gibt es Leute, die sich den ganzen Tag vom Fernseher berieseln lassen oder sich unaufhörlich Filmchen in den sozialen Netzwerken ansehen und dann gibt es Köpfe, die KI entwickelt haben. Oder es gibt Leute, denen jeder Schritt zu viel ist und andere, die sich sehr viel bewegen und sehr aktiv sind. Keine Frage ist jedenfalls, dass uns immer die hier von mir als zweites genannten Menschen ein Stück weiter gebracht haben.
Wobei ich nun bei Hans-Werner Sinn bin. Er hat an der Ludwig-Maximilian Universität in München gelehrt und ist für mich einer der führenden Ökonomen im deutschsprachigen Raum. Es gibt wohl sehr wenige, die die wirtschaftspolitischen Zusammenhänge so gut begreifen wie er. Das Schöne ist außerdem, dass er diese Zusammenhänge auch mit einfachen Worten erklären kann. Für mich immer wieder ein Genuss ihm zuzuhören. Hier ein aktuelles Interview.
19.11.2025: Die Kunst täglich aufzubrechen: Jeder Mensch strebt ein erfülltes Leben an. Dabei ist die Suche nach innerer Zufriedenheit wohl ein wesentlicher Lebensinhalt. Viele verwechseln ein erfülltes Leben mit dem Anhäufen von materiellen Dingen. Doch materieller Besitz führt selten zur inneren Ruhe und Zufriedenheit, denn man will immer mehr.
Wahre Zufriedenheit erwächst aus ideellen Werten – aus Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und dem Bewusstsein, dass man sich Erfüllung erarbeiten muss. Innere Zufriedenheit wird nicht geschenkt. Ob im Beruf oder im Sport - erst die Anstrengung gibt dem Erfolg Bedeutung. Im Sport fordert man den Körper, in der Arbeit den Geist. Gedanken und Ideen entstehen, werden geprüft, verbessert und wachsen Schritt für Schritt zu einer Lösung. Das Leben selbst ist ein Wechselspiel von Konzentration und Loslassen, von Anstrengung und Genuss.
Oft fällt mir das Aufbrechen beim Sport schwer, doch ich komme jedes Mal als zufriedener Mensch zurück. Diese Routine schenkt mir täglich kleine Erfolgserlebnisse – keine großen Siege, sondern stille Momente des Gelingens. Dazu gehört auch, dass man dann zuhause mit herzenslust das bereits vorbereitete Müsli mit Topfen essen kann.
Wirkliche Erfüllung finde ich in meiner Arbeit an Wasserkraftanlagen, wo Technik und Natur in Beziehung treten. Wenn Ideen und Berechnungen gelingen und wenn die Vorhaben genehmigt und durch gemeinsame Anstrengung umgesetzt werden. Bis zur erfolgreichen Verwirklichung müssen, wie bei einer Berg- oder Radtour, viele Täler und Gipfel überwunden werden und Konzentration und Loslassen wechseln sich ab. Auch hier sind es meist keine großen Siege, sondern Momente des Gelingens. Sport und Beruf sind somit eng verwandt, wobei im Beruf das Bewusstsein dazu kommt, auch für die Allgemeinheit etwas Wertvolles tun zu können.
Die wahre Erfüllung im Leben kommt im Tun Sinn zu finden und jeden Tag neu aufzubrechen.
27.10.2025: Die Kunst der kleinen Erfolge: Das menschliche Gehirn lässt sich nicht einfach ausschalten. Es sucht unablässig nach Reizen, nach Aufgaben, nach Sinn. Vielleicht liegt genau darin der Ursprung unseres Fortschritts – in der beständigen Unruhe des Geistes, der sich selbst beschäftigen muss, um nicht in Leere zu verfallen.
Diese rastlose Suche ist kein Fehler der Natur, sondern ihr genialer Antrieb. Der Mensch strebt nach Erlebnissen, nach Momenten, in denen etwas gelingt. Ohne solche Erfolgserlebnisse wird das Leben schwer erträglich, denn sie sind das, was dem Alltag Bedeutung gibt.
Wer nur in großen Dingen Zufriedenheit findet, wird oft enttäuscht zurückbleiben. Große Erfolge sind selten, und sie befriedigen nur kurz. Vielleicht liegt die wahre Kunst des Lebens nicht im großen Triumph, sondern in der Fähigkeit, die vielen kleinen Erfolge des Alltags wahrzunehmen und zu würdigen – ein gelungenes Gespräch, eine gelöste Aufgabe, ein Moment der Ruhe oder Klarheit.
04.10.2025: Messen von bergsteigerischen Leistungen: Ich habe mir gerade den Alpenverein-Podcast „Xenon – in einer Woche auf den Everest“ angehört. Sehr hörenswert - aber irgendwie habe ich auch bei dieser Diskussion vermisst, dass man bergsteigerische Leistungen kaum miteinander vergleichen kann.
Es liegt in der Natur des Menschseins, dass man vollbrachte Leistungen untereinander vergleichen möchte. Im Sport ist das meistens möglich – wer ist der Schnellste, wer kann am weitesten werfen oder welche Mannschaft schießt die meisten Tore. In anderen Lebensbereichen, wie z. B. im Berufsleben ist das nicht so einfach und wird auch nicht gemacht.
Warum werden bergsteigerische Leistungen ständig miteinander verglichen? Okay, bei Klettertouren kann die Leistung ziemlich gut eingeordnet werden, denn ob man die Tour „by fair means“ bewältigt und in welcher Zeit sind gute Kriterien für einen Vergleich. Bei Alpintouren im Hochgebirge ist das nicht mehr so einfach, weil sie stark von den Verhältnissen und auch von der verwendeten Ausrüstung abhängen.
Beim Bergsteigen und Klettern wurden schon viele fast unmenschliche Leistungen vollbracht. Dabei haben immer die äußeren Umstände eine große Rolle gespielt. Ist man allein unterwegs, welche Wetterbedingungen waren gegeben, welche klettertechnischen Schwierigkeiten wurden überwunden und welche Ausrüstung wurde eingesetzt usw. Ein und dieselbe Tour kann somit ganz anders und kaum vergleichbar sein. Wenn man nur bedenkt, mit welcher Ausrüstung die Pioniere unterwegs waren und was heute eingesetzt wird ….
So ist es auch mit dem Höhenbergsteigen auf den Achttausendern. Für mich ist es ganz legitim, wenn Leute den Everest über eine Agentur wie z. B. Furtenbach Adventures buchen und diese Firma dafür sorgt, dass er für Geld möglichst sicher auf den Gipfel kommt. Aber klar, vergleichbar ist das mit früheren Besteigungen nicht, wo noch keine Fixseile vorhanden waren, wo man noch selber die Route suchen und auch selber Spuren musste, der Wetterbericht nur eine grobe Schätzung war und man bei einem Problem nicht auf Hilfe rechnen konnte.
Es ist für mich nur eine Frage der Zeit, dass sich auch im Himalaya, der Bergtourismus so entwickelt, wie es in den Alpen im vorigen Jahrhundert der Fall war. Auch im Himalaya wollen die Einwohner von etwas leben und versuchen mit den Bergsteigern und Bergtouristen Geld zu verdienen. Momentan sind zwar dort Bergbahnen noch kaum vorstellbar, aber m. E. wird es nicht mehr lange dauern, dann werden sie auch dort entstehen. Die Menschen machen ja so ziemlich alles mögliche, um Geld zu verdienen.
Die Leute können gerne über Furtenbach Adventures auf den Everest gehen, aber sie brauchen nicht erwarten, dass ich das als besondere bergsteigerische Leistung betrachte. Im Gegenteil – ich belächle diese Leute eher, da sie dies offensichtlich hauptsächlich deshalb machen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und daheim dann vielleicht auf Bewunderung hoffen.
13.09.2025: Bitcoin - Fiatgeld: Weil das mit dem veränderten Wirtschaftswachstum mit Knappheitsgeld (Bitcoin) kaum thematisiert wird, habe ich meine Meinung mal der KI mitgeteilt, weil ich wissen wollte, was die davon hält - nachfolgend meine Meinung/Frage:
Ich vermisse in der Bitcoin-Diskussion, dass unsere gesamte Wirtschaft auf Schulden machen und Wertverlust des Geldes aufgebaut ist. Weil unser Geld im Laufe der Zeit immer weniger Wert ist, motiviert es zum Schulden machen bzw. es auszugeben, weil im nächsten Jahr bekommt man weniger davon.
Wenn man sich vorstellt, dass der Bitcoin das Fiatgeld ersetzen würde, dann würde jeder sein Geld anlegen, weil er weiß, dass es in einem halben Jahr mehr Wert ist und kaum jemand würde mehr sein Geld ausgeben (bis auf die Befriedigung der Grundbedürfnisse). Schulden im Bitcoin wären fatal, weil mit dem Anstieg des Bitcoin, die Schulden auch steigen würden. Das würde die Wirtschaft bestimmt erheblich einbremsen und das ist nicht im Sinne der Wirtschaftstreibenden und auch nicht der Staaten.
Die Wirtschaft lebt ja schließlich davon, dass viele Leute ihr Geld für ziemlich sinnlose Dinge ausgeben. Wenn sie das Geld gar nicht haben, dann nehmen sie einfach einen Kredit bei der Bank auf, um ihre Käufe machen zu können. Die Wirtschaft lebt davon, dass Geld ausgegeben wird, das eigentlich gar nicht vorhanden ist. Ich sehe den Bitcoin als Parallelwährung (wie das Gold), weil die Fiatwährung mit ihrer Inflation werden wir leider wohl nie durch ein Knappheitsgeld wie den Bitcoin ersetzten können.
Antwort:
Das ist ein sehr spannender und gleichzeitig zentraler Gedanke in der ganzen Bitcoin-Diskussion. Ich sehe es ähnlich wie du:
Unsere heutige Wirtschaft ist tatsächlich kreditgetrieben. Das Fiatgeldsystem (Euro, Dollar usw.) basiert auf Schuldgeldschöpfung: Banken vergeben Kredite, dadurch entsteht neues Geld. Umgekehrt wird Geld durch Tilgung wieder vernichtet. Dieses System braucht Wachstum, weil die Schulden nicht nur zurückgezahlt, sondern auch die Zinsen bedient werden müssen. Inflation ist darin kein Unfall, sondern eher ein Feature: sie erleichtert die Entschuldung, zwingt zur Umlaufgeschwindigkeit des Geldes (Ausgeben statt Horten) und hält die Wirtschaft am Laufen.
Bitcoin ist genau das Gegenteil:
- Knappheit (maximal 21 Mio. Coins),
- kein Schuldgeldmechanismus,
- und (theoretisch) eine langfristige Wertsteigerung durch Deflation.
Deine Sorge, dass in so einem System niemand mehr Geld ausgeben will, ist nachvollziehbar. In der Praxis ist es aber nicht ganz so absolut: auch in einem deflationären Umfeld werden Menschen konsumieren – sie müssen ja essen, wohnen, sich fortbewegen. Aber der Konsum würde sich stärker auf Notwendigkeiten und wirklich wertvolle Anschaffungen konzentrieren. Das „sinnlose Zeug“ oder der übermäßige Konsum auf Pump würde tatsächlich zurückgehen. Kredite wären riskanter, ja – besonders Konsumentenkredite. Produktivkredite (für Investitionen, die wirklich Rendite bringen) könnten dagegen weiter existieren, aber in einem viel strengeren Rahmen.
Staaten und Unternehmen hätten es schwerer, sich billig zu verschulden und durch Inflation „herauszuwachsen“. Das ist auch der Grund, warum viele Ökonomen (und Politiker) Bitcoin als Hauptwährung ablehnen – es würde die Spielräume für Schuldenfinanzierung massiv beschneiden.
Dass Bitcoin deshalb eher eine Parallelwährung bleibt, wie Gold früher, ist eine realistische Einschätzung. Er wird als Wertspeicher und Schutz vor Inflation genutzt, aber nicht unbedingt das Fiatgeld verdrängen. Fiatgeld ist für den schnellen Umlauf, Bitcoin (wie Gold) für die langfristige Sicherung von Kaufkraft.
Gleichzeitig könnte man sich Mischsysteme vorstellen: Fiatgeld für Konsum und Kreditfinanzierung, Bitcoin als „harter Anker“ oder Absicherung gegen zu hohe Geldmengenvermehrung. In einer solchen Welt wäre Bitcoin dann so etwas wie das „digitale Goldstandard-Backbone“.
Ich habe jetzt bewusst keine Wertung gegeben, ob das „gut“ oder „schlecht“ wäre, sondern nur beschrieben, was es für Wirtschaft und Staaten bedeutet. Aber ich sehe wie du: Die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin das Fiatgeld vollständig ersetzt, ist gering – gerade weil die Mächtigen von Kredit und Inflation profitieren. Als Parallelwährung mit wachsender Bedeutung ist er dagegen kaum aufzuhalten.
06.09.2025: Unterschied zwischen Bitcoin und den anderen Kryptowährungen (sog. Altcoins = Alternativ-Coins):
Beim Bitcoin ist die Knappheit nicht ein Nebeneffekt, sondern das Grundprinzip, auf dem das ganze System aufbaut. Die Software ist so programmiert, dass die maximale Geldmenge auf 21 Millionen Bitcoin begrenzt ist. Neue Bitcoin entstehen dadurch, dass sog. Miner Transaktionen in Blöcke packen und diese an die Blockchain (Blockkette) anhängen. Damit aber nicht einfach beliebig schnell neue Blöcke entstehen können, muss vor jedem Block eine schwierige Rechenaufgabe gelöst werden. Diese Aufgabe besteht im „Proof of Work“ (Arbeitsnachweis), also dem Finden einer Zahl, die in Verbindung mit dem Blockinhalt eine Hashfunktion unterhalb einer bestimmten Zielschwelle erzeugt. Weil diese Suche rein zufällig durch Ausprobieren geschieht, erfordert sie viel Rechenleistung (Energie). Wer als erster diese Zahl findet, der darf den neuen Block an die Blockchain anhängen und wird dabei derzeit mit 3,125 Bitcoin belohnt. Die Schwierigkeit dieser Aufgabe wird regelmäßig angepasst, sodass es im Durchschnitt etwa 10 Minuten dauert, bis ein neuer Block gefunden wird. Damit wird sichergestellt, dass die Erzeugung neuer Bitcoin verlässlich und langsam verläuft und dass sich die gesamte Geldmenge nur schrittweise der Obergrenze annähert.
Durch das sog. Halving, also die regelmäßige Halbierung der Blockbelohnung, wird die Geschwindigkeit der Bitcoin-Neuschöpfung zusätzlich gebremst, bis irgendwann gar keine neuen Bitcoin mehr entstehen. Das Halving findet alle 4 Jahre statt und das letzte war 2024, seit dem gibt es 3,125 Bitcoins je Blockerzeugung - im Jahre 2028 werden es dann nur mehr 1,56 Bitcoins sein. Dieses Zusammenspiel aus dem Erzeugen neuer Blöcke durch Rechnerleistung (Proof of Work), der Schwierigkeitsanpassung (Difficulty Adjustment) und dem Halving ist die Regelung, die Knappheit dauerhaft garantiert. Klar, um diese Knappheit möglich zu machen, braucht es die Rechnerleistung, also den rel. hohen Energieverbrauch.
Gerade die Knappheit macht den Bitcoin so wertvoll, da der Wert bei knappen Gütern steigt, wenn sie nachgefragt werden. So soll der Bitcoin kein Spekulationsmedium sein, sondern im Gegensatz zu der ständig sich vermehrenden Geldmenge der Fiatwährungen, als Wertsicherung dienen. Immer mehr Menschen verstehen das und auch deshalb ist der Bitcoin seit seiner Einführung 2009 um das 100.000-fache gegenüber dem Dollar an Wert gestiegen. Inzwischen legen sich auch große Firmen und auch Staaten eine Bitcoin-Reserve an, um so ihr Geld wertgesichert anzulegen.
Es ist sehr faszinierend an was der Erfinder/Entwickler des Bitcoin Satoshi Nakamoto (evtl. Nick Szabo) alles gedacht hat. Die Menschheit macht aus, dass es unter uns auch sehr geniale Köpfe gibt, die unsere Welt immer wieder ein Stück weiter gebracht haben. Leider versuchen oft weniger kluge Köpfe diese Errungenschaften für sich auszunutzen. Einer der genialsten Köpfe ist wohl Satoshi Nakamoto, auch weil er sein digitales Geld so gestaltet hat, dass es (im Gegensatz zu den meisten Altcoins) nicht gefälscht, vervielfältigt und verändert werden kann.
31.08.2025: Blockchain: Die Hauptaufgabe der Blockchain ist es, das sogenannte „Doppelte-Ausgaben-Problem“ (Double-Spending-Problem) zu lösen.
Denn bei digitalen Dateien (z. B. Musik, Fotos, PDFs) kann man beliebig viele Kopien machen – sie sind deshalb nicht knapp. Geld muss aber knapp sein, sonst verliert es seinen Wert. Die Blockchain sorgt dafür, dass jede Transaktion weltweit in einem gemeinsamen, fälschungssicheren Register gespeichert wird. Wenn man also 1 Bitcoin ausgibt, wird das in der Blockchain vermerkt – und das Netzwerk überprüft, ob man ihn überhaupt noch besitzt. Damit ist ausgeschlossen, dass man denselben Bitcoin zweimal ausgibt.
Dadurch entsteht digitale Knappheit, ähnlich wie bei Gold in der physischen Welt – aber rein mathematisch abgesichert durch Kryptographie und ein dezentrales Netzwerk.
Blockchain ist nicht nur für Bitcoin & Kryptowährungen sinnvoll, sondern auch in vielen anderen Bereichen, weil sie fälschungssichere, dezentrale und transparente Daten ermöglicht. Einige Beispiele wären:
- Verwaltungsvorgänge: (Geburtsurkunden, Führerscheine, Genehmigungen) könnten digital, sicher und transparent auf Blockchain laufen.
- Gesundheitswesen: Patientenakten könnten sicher und dezentral gespeichert werden und jeder Zugriff wird protokolliert
- Lieferketten & Logistik: Z. B. die Nachverfolgung von Waren, dabei wird jede Station (Produktion, Transport, Lagerung) auf Blockchain gespeichert und somit entstehen lückenlose Herkunftsnachweise z. B. für Lebensmittel und Medikamente
Die Blockchain bringt Vertrauen ohne zentrale Instanz – man muss nicht mehr einer Bank, einem Notar oder einer Behörde allein vertrauen, sondern kann die Daten dezentral prüfen.
Hier ein sehr interessantes Interview mit Prof. Roman Beck auf Cicero Online. Er ist Professor für Wirtschaftsinformatik an der IT University of Copenhagen, leitet das European Blockchain Center und ist in EU- und ISO-Arbeitsgremien für Blockchain involviert. In Stichpunkten kurz zusammengefasst, geht es im Interview darum:
- dass fast unbemerkt die Welt eine digitale Revolution durch Kryptowährungen und Blockchain-Technologie erlebt.
- In den USA entstehen viele Innovationen durch private Unternehmen – Blockchain und Kryptos sind dort Zukunftstechnologien, die exportiert werden.
- Europa hat bisher keine klare Strategie oder Handlungslinie in diesem Bereich entfaltet und lässt sich technologisch abhängen, weil Politik und Wirtschaft zu passiv agieren
- Blockchain kann ein Instrument der Freiheit sein – indem es Bürgern ermöglicht, dezentral ohne zentrale Instanzen zu agieren.
- In der Finanzwelt, Verwaltung, Archiven, Lieferketten oder digitaler Identität kann durch Blockchain das Vertrauen ohne zentrale Institionen entstehen.
21.08.2025: Um den Bitcoin braucht man sich keine Sorgen machen, da auch die meisten Staaten darauf angewiesen sein werden: Hier ein Gastkommentar am 09.08.2025 von Christoph Kletzer in "Die Presse". Habe ihn nachfolgend eingefügt (grüne Schrift):
"Eine Bitcoin-Reserve ist für Österreich unausweichlich - Die globale Geldlage wird auch Österreich dazu zwingen, einen Teil seiner Reserven in die härteste digitale Währung umzuschichten".
"Um sich gegen die Geißel der Inflation abzusichern, halten Staaten also Reserven. Zentralbanken verkaufen aber in Dollar denominierte Staatsanleihen und kaufen fleißig Gold auf. Was spricht dagegen, einen kleinen Teil Bitcoin als Versicherung beizumischen?
Die beinahe religiöse Ablehnung von Bitcoin durch viele Zentralbanken speist sich aus tief sitzendem institutionellen Widerstand gegen ein System, das sich ihrer Kontrolle entzieht. Keine Ordnung hat Interesse an ihrer eigenen Ablösung. Doch es gibt auch marktwirtschaftliche Gründe für Zurückhaltung: Als Inflationsschutz blieb Bitcoin zuletzt hinter Gold zurück und verhielt sich teilweise eher wie eine volatile Aktienanlage. Gleichzeitig zeigt sich: Die Korrelation zu Anleihemärkten ist deutlich schwächer als bei Gold – ein Vorteil im Fall offener oder latenter Staatsbankrotte, die, historisch betrachtet, alles andere als ausgeschlossen sind.
Gegen die beiden Furien der Inflation und Staatsverschuldung hilft letztlich nur Knappheit. Und da ist Bitcoin mit seiner absoluten Inelastizität des Angebots Gold jedenfalls weit überlegen.
Der Zug hat längst Fahrt aufgenommen, und Österreich wird sich den Luxus des Zögerns auf Dauer nicht mehr leisten können. Natürlich wird der Einstieg in Bitcoin schrittweise erfolgen müssen. Ein sinnvoller erster Schritt wäre die Nutzung jener Bestände, die über die Jahre beschlagnahmt wurden und heute in den Behörden-Wallets des Bundeskriminalamts lagern. Das würde ohne Kosten für die Steuerzahler vonstatten gehen. Darüber hinaus tätigt die ÖNB jetzt schon Veranlagungen in verschiedenste Anlageklassen wie etwa Aktien und Firmenanleihen. Solche Veranlagungen auf das eigene Buch sind in Österreich seit Langem üblich und könnten in Abstimmung mit dem Generalrat auch Bitcoin einbeziehen – ob das Lagarde nun gefällt oder nicht. Welche Aktiva die Republik in ihren Tresoren hält, ist nationale Hoheit."
Deshalb müssen die Staaten und auch die Wirtschaft mit dem Bitcoin "leben" - auch wenn der Bitcoin das Wirtschaftswachtum etwas dämpfen sollte, da ein Teil der Menschen, lieber sparen, als ihr Geld (für meist Konsumartikel) auszugeben. Dann kommt noch hinzu, dass die Staaten richtig viel Bitcoin für ihren Inflationsschutz brauchen und somit die Nachfrage besonders groß ist und damit der Bitcoin noch mehr steigen wird. D. h. der Anreiz sein Geld in Bitcoin zu sparen ist sowohl für die Menschen als auch für die Staaten um so größer, desto stärker er aufgrund der großen Nachfrage steigt 😊.
19.08.2025: Wie wird sich das Wirtschaftswachstum verhalten, wenn sich Bitcoin durchsetzen sollte?
Die Kunst ist oft, die richtigen Fragen zu stellen, oder? Wenn sehr viele Leute ihr Geld in Bitcoin anlegen, dann geben diese ihr Fiatgeld weniger für Konsumgüter aus und machen auch keine Schulden mehr, sondern investieren es lieber in Bitcoin, weil sie wissen, hier steigert sich der Wert. Das würde jedoch die gesamte Wirtschaft einbremsen. Somit wären die Wirtschaftstreibenden (Firmen und auch vermutlich der Staat) gegen den Bitcoin. Also zusammengefasst:
- Bei Fiatgeld (inflationär): Geld verliert mit der Zeit an Kaufkraft → Menschen sind motiviert, es auszugeben oder zu investieren → das hält die Wirtschaft „in Bewegung“.
- Bei Bitcoin (deflationär, begrenzt auf 21 Mio.): Geld gewinnt mit der Zeit an Kaufkraft → Menschen haben Anreiz, es nicht auszugeben, sondern zu sparen (sog. „Hodl-Effekt“).
Dies führt zu:
- Nachfrageeinbruch: Wenn alle warten, dass Bitcoin morgen mehr wert ist, kauft heute niemand → Unternehmen verkaufen weniger.
- Kreditprobleme: Schulden in Bitcoin sind unattraktiv, weil sie real immer schwerer zurückzuzahlen sind.
- Investitionsstopp: Firmen würden keine Kredite aufnehmen und Menschen kein Geld ausgeben → Wirtschaft stagniert.
In der Praxis sind jedoch Szenarien denkbar, die Bitcoin eher zu einem „digitalen Gold“ machen, als zu einem alleinigen Zahlungsmittel:
- Parallelgeld-Funktion: Fiatgeld bleibt für tägliche Zahlungen bestehen, Bitcoin wird als „Wertspeicher“ genutzt.
- Schnelle Umlaufmedien: Stablecoins oder CBDCs (digitale Zentralbankwährungen) könnten weiter als Zahlungsmittel dienen.
- Konsumzwang: Menschen müssen einen Teil ihres Vermögens ausgeben (Miete, Essen, Energie), egal ob Bitcoin steigt oder nicht.
- Technologische Investitionen: Manche Unternehmen würden trotzdem investieren, weil Bitcoin als Sicherheit dienen kann – ähnlich wie heute Goldreserven.
Würde Bitcoin allein das Fiatgeld ersetzen, hätte die Wirtschaft ein Deflationsproblem. Aber solange es als Ergänzung zum Fiatgeld läuft, ist es eher eine Art „digitales Gold“ – ein sicherer Hafen gegen Inflation, nicht unbedingt ein Tauschmittel für den täglichen Einkauf.
Aber wahrscheinlich ist den meisten Leuten, der Bitcoin aufgrund seiner Abstraktheit und der hohen Volatilität nie ganz "geheuer" und er wird sich deshalb nicht so richtig durchsetzen, so dass sich das Verhältnis Fiatgeld zu Bitcon von selbst regelt.
Eine interessante Anlagemöglichkeit ist der Bitcoin auf jeden Fall und sollten durch die Schuldenpolitik der meisten Staaten der Erde (insbesondere die USA mit der Leitwährung US-Dollar) die Fiatwährungen kollabieren, so hat man mit dem Bitcoin eine rettende Alternative. Schon allein deshalb ist der Bitcoin sehr wichtig für die Welt.
17.08.2025: Im Wandel der Zeit und der Kerngedanke des Bitcoins: Die Welt zu verstehen, war für uns Menschen schon immer kaum möglich. Darum hat man an überirdische Dinge geglaubt und so sind die Religionen entstanden. Vor der Industrialisierung war die Welt noch recht einfach. Jeder lebte in seiner eigenen kleinen Welt mit seiner Familie und Nachbarn und wusste nahezu nichts was in anderen Gegenden und Ländern passierte. Vor der Erfindung des Buchdruckes, gab es auch kaum Möglichkeiten sich zu bilden. In andere Gegenden zu gelangen, war vor der Erfindung der Eisenbahn und dem Auto nur zu Fuß oder mit Pferdekutschen möglich.
Dies war alles unbefriedigend und kluge Köpfe haben deshalb sehr nützliche Dinge erfunden, die die Menschen aus der Isoliertheit herausbrachten und Information und Bildung möglich machten. Seit rd. 200 Jahren geht diese Entwicklung immer schneller und inzwischen ist unsere Welt mit Internet und Digitalisierung derart komplex, dass sie erst recht kaum zu verstehen ist.
Ein sehr wichtiges Medium des menschlichen Zusammenlebens ist das Geld und wie auch alle anderen Dinge unserer Welt, unterliegt auch das Geldsystem einem Wandel.
Dieses Video vermittelt einen sehr guten Überblick über unsere digitale Welt. Wie eigentlich alles Neue im Leben, ist es auch nicht einfach den Bitcoin zu verstehen. Dieses Video hilft die komplexen Zusammenhänge unserer digitalen Welt, wo auch das Geld inzwischen dazugehört, besser zu begreifen - Prädikat "absolut sehenswert". Die herkömmlichen Währungen sind durch die Kartenzahlungen und Kredite inzwischen auch nur mehr hauptsächlich auf den Konten der Banken, also digital, vorhanden. Der Bitcoin ist nur ein logischer Schritt der Weiterentwicklung.
Eigentlich ist der Kerngedanke des Bitcoins ganz einfach. Man schafft ein Ding, dessen Angebot beschränkt ist und das jeder auf der Welt in sehr kleinen Einheiten (100 Mio. Satoshis ist ein Bitcoin) kaufen kann. Bei knappem Angebot und steigender Nachfrage steigt der Wert. Die Menschen wollen dieses Ding nur deshalb, weil sie wissen, dass es (bei steigender Nachfrage) an Wert steigt. Um so mehr Menschen dies verstehen, desto größer wird die Nachfrage und damit die Wertsteigerung - dies ist so einfach, dass es schon wieder genial ist 😊. Schwieriger war es für Satoshi Nakamoto (vielleicht Nick Szabo) dieses Ding (Geld) so zu konstruieren, dass es für jedermann auf der Welt zugänglich, fälschungssicher und nicht von Staaten und Banken abhängig ist. Nachfolgend eine Zusammenfassung:
1. Begrenztes Angebot (Grenze 21 Mio. Bitcoins)
- Diese absolute Knappheit ist einzigartig im Geldsystem und deshalb inflationsresistent
- Fiatgeld wird durch Staaten und Zentralbanken unbegrenzt vermehrt --> Inflation
2. Nachfrage steigert den Wert
- Wenn klar ist, dass das Angebot klein ist, reicht eine vermehrte Nachfrage und der Kurs steigt
- Somit hat der Bitcoin eine "eingebaute" Nachfrage-Dynamik --> je mehr Leute Bitcoin kaufen, desto stärker steigt er
3. Dezentralität und Fälschungssicherheit
- Keine Regierung und keine Bank kann den Bitcoin kontrollieren. Er ist so programmiert worden, dass er ohne diese Regulierungsinstitute auskommt - somit ist keine Beeinflussung möglich.
- Durch die allgemeine Blockchain (Datenbank) ist jede Transaktion überprüfbar und nicht manipulierbar
4. Spannungsfeld zwischen Wertspeicher und Zahlungsmittel
- Als Wertspeicher (digitales Gold) funktioniert Bitcoin perfekt
- Als Zahlungsmittel hat er Defizite:
- Niemand gibt gerne Bitcoin aus, wenn er weiß, dass er in Zukunft mehr wert sein wird
- Schulden in Bitcoin sind unattraktiv, weil die Schuldenlast bei steigenden Kursen ebenfalls steigt
- Verbesserungen sollen sog. Layer-2-Lösungen wie Lightning Network bringen, die Bitcoin schneller und günstiger machen sollen, so dass er alltagstauglicher wird.
5. Bitcoin als Parallelgeld
- Die Zukunft könnte so aussehen, dass weiterhin Fiatgeld für den täglichen Gebrauch und Bitcoin als Vermögensspeicher genutzt wird
Nachfolgend der ungefähre bisherige Kursverlauf vom Bitcoin zum Dollar und eine Zukunftseinschätzung:
Vergleichende Einschätzungen über ein Spinnennetz-Diagramm:
08.08.2025: Wenn das keine Kunst ist?
Zunächst eine Vorgeschichte (weil meist gäb's ohne Vorgeschichte keine Hauptgeschichte): Das Colnago C68 "Motoki Yoshio" kam 2022 heraus und ich habe mir beim ersten Anblick gedacht - whow, so muss Rennrad ausschauen - war also „Liebe auf den ersten Blick“ 😊. Hier ein Beitrag über dieses Rad. Habe es dann wieder aus den Augen verloren. Aber vor kurzem ist es mir dann wieder für einen einigermaßen erschwinglichen Preis aufgefallen und ich habe es tatsächlich gekauft. Ich gönne mir selber eigentlich nix, weil ich ja auch so ein zufriedener Mensch bin. Aber andererseits, fast niemand sitzt so viel auf dem Rad wie ich, und warum sollte ich nicht auch, jetzt schon etwas im fortgeschrittenen Alter, etwas Schönes besitzen.
Gestern, wo endlich einmal kein Regen in Aussicht war, bin ich mit meinem Liebling (Foto) auf meiner neuen Lieblingsstrecke (Radwege von Stefansbrücke bis Matrei mit Gleins- und MariaWaldrast-Zwischenauffahrten) unterwegs gewesen und hatte dann bei der Rückfahrt ein Problem mit der Kurbel. Weil ich sie nicht fest genug angezogen hatte, hatte sie sich gelockert. Musste deshalb wieder zurück nach Matrei, weil ich einen 10er Inbus brauchte. Es war dann gar nicht so einfach hier einen aufzutreiben und so kam ich bei der Schlosserei/Schmiedewerkstatt Amort vorbei. Dieser hatte den Inbus und das Problem war schnell behoben.
So eine Panne hat oft auch seine guten Seiten und jetzt die Hauptgeschichte: Mir waren die Brüder Amort ein wenig bekannt über einen ehemaligen Arbeitskollegen Pepi Farnik aus Steinach, der Kunstgeschichte studiert hatte und mit Kunstschmied Anton Amort zu tun hatte. Anton und ich kamen ins Gespräch und er zeigte mir seine Werkstatt/Atelier. Seine Bergpanoramen aus Metall haben mich dann fast umgehauen. Er bezeichnet sie lapidar als Schleifbilder – ich würde sie eher Metallzauberbilder nennen.
Je nachdem wie das Licht einfällt, erscheinen diese Berge immer wieder anders auf den Betrachter. Er bearbeitet eine Alu- oder Edelstahlplatte mit einem Winkelschleifer/Schleifgerät und es kommen solche außergewöhnlichen Bergpanoramen heraus. Hier eine Auswahl. Man braucht dazu Kraft und zugleich Fingerspitzengefühl sowie ein Auge für den richtigen Schliff und jahrelange Übung. Seine Bilder schauen genau so aus, wie Berge bei schönen Stimmungen ausschauen – schön und erhaben.
Wikipedia definiert Kunst als "ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses". Ich würde noch hinzufügen, dass Kunst auch etwas Neues sein sollte. Weil, etwas Nachmachen ist nicht besonders kunstvoll. Darum ist es heutzutage so schwierig, wirkliche Kunst zu schaffen, weil ja eigentlich alles schon einmal gemacht wurde.
Aber die Idee für diese Metallzauberbilder hatte Anton Amort und keiner kann das und macht das sonst. Auch wirken sie auf den Betrachter in ihrer Ausdruckskraft und Schönheit – also mit einem Wort "Kunst".
Über seine Webseite kann man mit ihm in Kontakt kommen und er macht auch eure Lieblingsberg-Panoramen zu Kunstwerken - großartig.
27.07.2025: Geldsysteme und Wertsicherung: Es gibt wohl keinen Bereich des menschlichen Lebens, in dem Geld keine Rolle spielt. Eigentlich ist die Basis des menschlichen Zusammenlebens Geld. In der Steinzeit war die Basis die Ernährung (wie jetzt noch in der Tierwelt) und das Tauschgeschäft. Aber umso höher zivilisiert wir sind, desto wichtiger wird das Geld.
Wir benötigen Geld, um unsere Bedürfnisse Ernährung, Kleidung, Wohnung, Mobilität und Heizung zu decken. Menschen, die nicht so leistungsfähig sind bzw. geistige oder körperliche Beeinträchtigungen haben, schaffen es auch in Österreich kaum, für diese Grundbedürfnisse genügend Geld zu verdienen. Da der Mensch meist nicht mit der Deckung der Grundbedürfnisse zufrieden ist, braucht er noch mehr Geld für z. B. größere Autos, Reisen und Freizeit. Auch die Partnersuche (und Liebe) wird vom Geldbesitz des anderen beeinflusst, da finanzielle Sicherheit ein wichtiger Aspekt jeder Beziehung ist. Oft hat es den Anschein, umso mehr die Leute Geld besitzen, desto wichtiger ist es ihnen. Kinder die noch kein Geld kennen, sind eigentlich die glücklichsten Menschen, sie tun alles noch ohne dem Hintergedanken Geld zu verdienen.
Geld ist somit auch die Ursache unserer „Neidgesellschaft“. Wenn der andere mehr davon hat oder ein größeres Auto fährt, ein hochwertigeres Handy besitzt und schöner wohnt, dann möchte der andere das auch haben. Den Mitmenschen etwas gönnen, weil er z. B. fleißig und tüchtig war, fällt den meisten von uns schwer, oder? Unsere Welt ist leider so, (fast) jeder schaut, dass er möglichst viel für sich bekommen kann.
Die wenigsten denken allerdings darüber nach, was Geld wirklich ist. Im Laufe der Menschheit haben sich im wesentlichen 3 unterschiedliche Geldsysteme entwickelt (siehe auch hier):
- Fürstengeld (staatlich monopolisiertes Münzgeld) ist historisch, bei dem Münzprägung und Geldschöpfung ausschließlich durch den Herrscher oder Staat kontrolliert wurde. Es war meist aus Edelmetall (Gold, Silber), der Nennwert entsprach anfangs dem Metallwert
- Kreditgeld (Fiatgeld von „fiat“ = es werde) ist Geld ohne inneren Wert oder direkte Deckung. Sein Wert basiert ausschließlich auf Vertrauen in die ausgebende Institution (meist Zentralbank oder Staat). Es entsteht durch Kreditvergabe, also durch Buchung — nicht durch Prägung oder materiellen Gegenwert.
- Knappheitsgeld (Gold oder Bitcoin) ist ein Geldsystem, das auf einem nicht beliebig vermehrbaren Gut basiert. Klassisch ist das Goldstandard-System (z. B. bis 1971). Auch Bitcoin wird als Knappheitsgeld betrachtet.
Der Erfinder des Bitcoin Satoshi Nakamoto (evtl. nur Pseudonym), hat erkannt dass man mit Hilfe der Digitalisierung künstliches Knappheitsgeld schaffen könnte. Dieses Knappheitsgeld sollte dann vor allem als Wertsicherung wie das Gold verwendet werden und musste also ziemlich ähnliche Eigenschaften haben. Der Wert von Gold beruht hauptsächlich auf seiner Knappheit. Um an Gold zu gelangen, muss es aus der Erde aufwendig hervorgeholt werden. Wer kann sich nicht an die Bücher von Jack London oder die Filme über die Goldgräber in Alaska erinnern. Um Gold zu finden, setzten viele Menschen ihr Leben aufs Spiel.
Um dem Bitcoin auch diese Knappheitseigenschaft zu geben, hat Satoshi das Mining (Schürfen) erfunden. Dies ist der Prozess, durch den neue Blöcke in einer Blockchain (Datenbank) erzeugt und Transaktionen bestätigt werden. Beim Mining wird Rechenleistung eingesetzt, um mathematische Aufgaben zu lösen. Wer sie zuerst löst, darf den nächsten Block zur Blockchain hinzufügen – und erhält dafür eine Belohnung (z. B. einen neuen Bitcoin).
- Die Aufgabe ist absichtlich schwer, damit ein neuer Block nur etwa alle 10 Minuten gefunden wird.
- Alle 4 Jahre gibt es ein sog. "Halfing", nach dem nur mehr die Hälfte der Bitcoins geschaffen werden dürfen.
- Je mehr Rechenleistung im Netzwerk, desto schwieriger wird die Aufgabe (automatisch angepasst).
- Beim Bitcoin wird beim Mining versucht, eine Nonce (eine zufällig generierte Nummer oder Zahlen-Buchstabenfolge, die nur einmal in einer kryptografischen Transaktion verwendet wird) zu finden, sodass der Hash eines Blocks mit einer bestimmten Anzahl führender Nullen beginnt. Das ist mathematisch schwer, aber leicht überprüfbar – das ist das "Proof-of-Work"-Prinzip.
- Eine Hashfunktion nimmt beliebige Eingabedaten (z. B. Text, Zahlen, Dateien) und wandelt sie in eine Ausgabe fester Länge um – den Hashwert
- Umso mehr Bitcoins im Umlauf sind, desto schwieriger wird es neue Bitcoins zu erzeugen. Also wie beim Gold, um so mehr Goldminen geschürft wurden, desto schwieriger wird es, neues Gold zu entdecken und auszugraben.
- Da das Mining sehr hohe Rechnerleistungen bedarf und somit nur wirtschaftlich ist, wenn günstiger Strom, wie z. B. in Norwegen (Wasserkraft) oder überschüssiger Sonnenstrom zur Verfügung steht, wurden diese Rechenzentren überwiegend hier errichtet.
- Inzwischen werden die meisten Bitcoin-Mining-Rechenzentren mit regenerativer Stromenergie betrieben.
- Jeder kann neue Bitcoins erzeugen. Aber das Generieren dieser Hashes ist so aufwendig, dass er mit herkömmlichen Computern kaum eine Chance hat, vor den Rechenzentren „fündig“ zu werden.
- Um die Knappheit wie beim Gold wirklich zu gewährleisten hat Satoshi für den Bitcoin eine Grenze von 21 Mio. Coins festgelegt.
- Wie Gold, muss der Bitcoin absolut fälschungssicher sein. Deshalb hat Satoshi ihn unabhängig von Banken und staatlichen Institutionen gemacht. Der Bitcoin ist im Besitz des gesamten Netzwerkes und kann somit nicht verändert, gefälscht, kopiert oder vermehrt werden.
- Um eine vollkommene Anonymität des Bitcoin zu gewährleisten, ist Satoshi sogar so weit gegangen, dass er sich 2011 zurückgezogen hat und niemand weiß, wer dieser Satoshi Nakamoto ist oder wo er sich befindet. D. h. niemand kann auf den Erfinder einwirken, das dieser Manipulationen durchführt.
Wer sich sehr eingehend über Bitcoin informieren möchte – hier auf Wikipedia steht alles.
Ob der Bitcoin jemals als weltweites Zahlungsmittel eingesetzt wird, ist fraglich. Aber in Ländern der sog. 3. Welt, wo die Inflationsrate sehr hoch ist und auch Korruption allgegenwärtig ist, wie z. B. in Kenia wird Bitcoin als Zahlungsmittel heute schon eingesetzt (vgl. hier). Das Fiatgeld in den Industrienationen, dass durch seine ständige Vermehrung moderat an Wert verliert, hat dahingehend Vorteile, da es zum Schuldenmachen animiert, weil die Schulden durch die Geldentwertung immer weniger werden. Somit wird viel investiert und die Wirtschaft im Laufen gehalten. Die Gefahr ist jedoch, dass die allgemeine Verschuldung immer stärker zunimmt und so das Geldsystem „zusammenbrechen“ könnte (sehr kritisch ist es, wenn bereits für das Bezahlen der Kreditzinsen Schulden aufgenommen werden müssen). Wie z. B. 1923 in Deutschland in der Weimarer Repuplik, wo hauptsächlich infolge der hohen Staatsverschuldung eine Hyperinflation eintrat und das Geld nichts mehr Wert war. Auch die Staatsverschuldung in den USA ist außergewöhnlich hoch und wenn bei der Leitwährung Doller so eine Hyperinflation eintreten würde, würde wahrscheinlich der gesamte weltweite Geldmarkt kollabieren.
Beim Knappheitsgeld Bitcoin, dessen Wert höchstwahrscheinlich wie beim Gold ständig steigt, Schulden zu machen, wäre nicht ratsam, weil durch die Wertsteigerung des Bitcoin die Schulden dann im Laufe der Zeit zunehmen würden. Bei einer Verdopplung des Bitcoin-Geldwertes, würde sich dann auch der Schuldenwert verdoppelt haben. Somit würde jeder seine Bitcoins lieber sparen und mit der Investition warten, weil das Geld in einigen Monaten mehr Wert sein würde.
Daher sollte der Bitcoin primär als Wertsicherung, wie auch Gold, fungieren. Wenn man Geld hat, kann man es in Bitcoin in einem gesicherten System anlegen, wobei man davon ausgehen kann, dass es den Wert erhält bzw. sogar steigert. Geld in Euro anzulegen, ist nicht ratsam, da es ständig an Wert verliert. Auch Staaten und Firmen können so Geld über Bitcoin wertsteigernd anlegen. Einige Staaten (wie auch die USA) und Firmen haben dies bereits erkannt, und haben Bitcoin gekauft, um so ihrem Schuldenproblem entgegenzuwirken.
Man hätte somit 2 Geldsysteme in der Anwendung, einerseits das Fiatgeld, das durch Wertverfall zu Schuldenmachen, Kaufen und Investieren animiert und andererseits das Knappheitsgeld Bitcoin, das zum Sparen motiviert. Ein gewisses Problem des Bitcoin ist allerdings, dass sein System sehr abstrakt und nicht leicht zu verstehen ist. Deshalb haben noch viele Menschen Bedenken, Ängste und Vorurteile. Leider wird auch in den Medien der Bitcoin kaum verständlich erklärt - vielleicht trägt dieser Eintrag einen winzigen Teil dazu bei, den Bitcoin besser zu verstehen.
27.07.2025: Kursverläufe unterschiedlicher Aktien im Vergleich: Man kann zwar die einzelnen Aktienkurse (Charts) im Internet einsehen, aber diese im Vergleich zueinander können nicht betrachtet werden. Weil nur dann sieht man wirklich, wie sich die Kurse relativ zueinander entwickelt haben. Ich habe mir jetzt ein Programm gemacht, mit dem man unterschiedliche Aktienkurse für z. B. 2 oder 4 Jahre aus dem Netz immer bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt herauslesen kann. Diese Charts habe ich dann in einem Diagramm gegenübergestellt. Zusätzlich hab ich in einem gesonderten Diagramm die Performance (Steigerung in %) bezüglich des Anfangswertes des Betrachtungszeitraumes ermittelt. Hier die Gegenüberstellung der 6 großen Tech-Firmen. Die gesamte Steigerung (Performance) in % über den Betrachtungszeitraum habe ich in der Legende eingetragen. Weil sich ja soviel tut an den Börsen, nicht zuletzt, seit Trump wieder das Sagen hat, kann ich es jederzeit aktualisieren oder andere Charts mit hineinnehmen, so dass ich immer einen aktuellen Stand der Kursverläufe zueinander habe 😊. Verstehe eigentlich nicht, warum es so etwas im Internet noch nicht gibt?
20.07.2025: Unterwegs auf Tirols schönsten Radwegen 😊: Normalerweise schreibe ich ja keine Touren mehr auf meine Seite. Aber diese neuen Radwege sind es Wert erwähnt zu werden - weil ja doch erfreulicherweise etwas weiter geht mit dem Radwegenetzausbau.
Wenn man diese Radwege befährt, sieht man, wie schwierig es ist, im Gebirge Radstraßen zu bauen. Wie aufwendig es ist verbotene Ruhezonen und Naturschutzgebiete zu umgehen und die naturschutz- und forstrechtliche (und teils wasserrechtliche) Genehmigung zu erhalten, sieht man beim Befahren nicht. Auch die Zustimmung der zahlreichen Grundeigentümer zu bekommen, ist oft sehr mühsam und auch teuer. Ich habe da meine Erfahrungen, weil ich als Angestellter der Tiwag versuche für Wasserkraftanlagen und für deren Sanierungen die Genehmigungen zu bekommen.
Habe heute in meiner Runde den neuen Radweg von der Stefansbrücke an der Brenner Bundesstraße ins Stubaital eingebaut. Obwohl der Radweg noch nicht ganz fertig ist, wurde die Befahrung bereits erlaubt. Am 29. April 2025 hat die TT einen informativen Artikel über dieses umfangreiche Bauvorhaben gebracht. Hier auch ein Artikel aus dem Bezirksblatt vom 15.03.2024 mit Fotos vom Bau und hier vom 30.08.2024.
Klar ist, dass dieser Radweg hauptsächlich für den Tourismus gebaut wurde, um den Gästen schöne Strecken für das immer beliebter werdende Radfahren bieten zu können. Da heutzutage viele mit dem e-bike unterwegs sind, sind auch steile Anstiege kein Problem mehr. Aber gleichzeitig kommt dieser auch den Einheimischen zugute. Wer aber schnell mit dem Rad vom Stubaital nach Innsbruck kommen möchte, fährt aber besser nach wie vor über die Brenner Bundesstraße mit dem Rennrad oder über Telfser Wiesen und Kreith mit dem Mountainbike.
Ich liebe Rennradfahren - mag aber keinen Autoverkehr. Deshalb fahre ich ganz am frühen Morgen, weil es da noch schön ruhig auf den Straßen ist und außerdem befahre ich so gut es geht, nur kleine asphaltierte Bergstraßen, weil dort ohnehin nicht viel motorisierter Verkehr unterwegs ist.
Der neue Radweg ins Stubaital ist wirklich beeindruckend, einerseits, weil viele Stützwände und Hangsicherungen dafür notwendig waren und andererseits weil er „elegant“ in das Tälchen gelegt wurde.
Nachfolgend der Blick bei der Fahrt nach Mieders vom höchsten Punkt aus zurück zur Stefansbrücke (in Bildmitte):