Leben = Bewegung = Freude

Rennen 2018

 

17.03.18: Glungezer Tourenrennen: Weil i bei der Wildsaustaffel gesehen hab, dass i immer noch ganz gut beieinander bin, hab i bei meinem Heimrennen auch mit tun müssen. 32 Teilnehmer sind zwar nicht viel, aber der SV Tulfes organisiert ja das Rennen hauptsächlich für die Dorfbewohner und der Aufwand wird dabei auch in Grenzen gehalten. Das Rennen ist für mich und auch für die anderen Teilnehmer immer eine Gelegenheit hinterher auf der Gungezerhütte zusammen zu sitzen. Sicher, das Rennen selber ist kein Vergnügen. Aber weil ich nach ca. 8 Minuten schon vorne war und der Abstand sich bald vergrößerte, hielt sich der Rennstress in Grenzen und das Wetter war auch perfekt. Habe aber schon gehofft, dass ich mit einer Zeit unter einer Stunde oben ankomme. Bei der Siegerehrung hab i dann erfahren, dass sich das doch knapp nicht ausgegangen ist. In der Hütte sind wir dann familiär zusammengehockt und so war das mal wieder ein rundum schöner Tag. So soll's sein - zuerst körperlich austoben und dann entspannt und lustig sein. Die Ergebnisliste gibt's auf: https://www.svtulfes.at/

 

11.03.18: Wildsaustaffel: Leicht hat es der Organisationsverein SV Sellrain wirklich nicht, dieses Rennen auf die Beine zu stellen. Große Unsicherheitsfaktoren sind vor allem das Wetter und die Schneelage. Dazu kommt noch die Problematik wegen der Verletzungsgefahr und ob bei Stürzen sogar der Verein haftbar gemacht werden kann. Darüber hinaus haben sich in den letzten Jahren nur 30 bis 40 Teams gemeldet und bei dieser doch eher geringen Teilnehmerzahl, hat sich der Veranstalter immer wieder gefragt, ob die aufwendige Durchführung mit bis zu 150 ehrenamtlichen Helfern überhaupt noch sinnvoll ist.

In den vergangenen 3 Jahren hatten wir ganz schwache Winter mit geringen Schneelagen. In diesen 3 Jahren wurde zwar angekündigt, dass die Wildsaustaffel stattfindet, aber jedes Mal wurde diese dann einige Wochen vor dem Termin wegen der dürftigen Schneelage abgesagt. Als ich heuer Mitte Februar mitbekommen habe, dass die Wildsaustaffel am 11. März stattfinden soll, war ich zum einen überrascht und zum anderen schon im Zweifel, ob das dann wirklich umgesetzt wird.

Nicht nur der Veranstalter hat einen großen Aufwand für die Organisation, auch für die Teilnehmer ist es nicht einfach ein Team aus 2 Aufsteigern und 2 Abfahrern zusammenzustellen.

Meist es so, dass sich 2 befreundete Aufsteiger bemühen, Abfahrer zu finden. Die Abfahrer müssen nicht nur gute Gelände-Skifahrer sein, sondern sie müssen auch zuerst mit der doch eher schweren Ausrüstung nach oben gehen. Damit grenzt sich der Kreis schon beträchtlich ein, weil es viele gute Freerider nicht gewohnt sind vorher 1200 hm aufzusteigen. Weiters kommt hinzu, dass viele gute Skifahrer das Verletzungsrisiko bei einem Sturz nicht in Kauf nehmen wollen. So eine Tiefschneeabfahrt unter Zeitdruck ist meist eine Fahrt knapp an der Sturzgrenze und neben dem Können, braucht man auch etwas Glück. Hinzu kommt noch, dass man ja nicht nur für sich fährt, sondern durch den Teamwettbewerb eine gewisse Erwartungshaltung der Teammitglieder besteht.

Aus diesen Gründen war heuer für viele die Motivation für eine Teamorganisation eher gedämpft. Das traf auch für mich zu und zusätzlich will ich ja keine Rennen mehr machen, weil sich bei mir das Alter bemerkbar macht und ich auch im Beruf genug spannende Aufgaben zu erledigen habe. Dass ich gestern letztendlich doch dabei war, hat sich nur kurzfristig wegen einem Krankheitsausfall so ergeben.

Unser Team aus 3 Oberperfern und einem Sistranser bestand aus Christian Ragg als Aufsteiger auf die Lampsen, seinem Cousin Florian Ragg als Abfahrer von der Lampsen, ich wieder als Aufsteiger auf den Zischi und der 24-jähre Max Triendl als Abfahrer vom Zischgeles, der zum ersten Mal bei der Wildsau dabei war.

Da ja bei der Wildsaustaffel keine Meldeliste im Internet ersichtlich ist, war es für uns, als wir am Morgen nach Praxmar fuhren, schon spannend, wieviel Teams sich überhaupt gemeldet haben. Meine Einschätzung lag so bei 15 bis 20 Teams und siehe da, immerhin 22 waren gemeldet und mitgemacht haben dann letztendlich 18 Männer- und 2 Frauenteams.

Wie alle Jahre bei der Wildsau, war es auch gestern wieder ein sehr schöner und ereignisreicher Tag, den wir sicher wieder länger in Erinnerung behalten werden. Zum einen war das Rennen mal wieder spannend und zum anderen war es vor allem hinterher wieder sehr lustig. Wenn man auch beim Rennen doch mit Ehrgeiz zur Sache geht, löst sich dann hinterher beim gemeinsamen Zusammensitzen mit den anderen Teams und Freunden alles in Wohlgefallen auf. Dazu trägt auch die familiäre Atmosphäre bei der Wildsaustaffel bei, da wir Teilnehmer und Organisatoren uns ja über die Jahre hinweg gut kennen und auch schätzen.

Hier nun kurz zum Renngeschehen: Christian ging es gut und er kam als 4. auf der Lampsen ca. 1 Minute hinter dem Ersten an. Florian fuhr trotz eines Sturzes mit 5.03 min. eine deutliche Bestzeit hinunter nach Praxmar – eine gewaltige Leistung. Ich ging dann von unten als 2. ca. 30 Sekunden nach Manfred Holzer weg. Manfred mag ja auch den Zischgeles und wie fast jedes Jahr haben wir uns wieder ein Duell geliefert. Es hat bei mir nach über 1,5 Jahren Rennpause etwas gedauert bis ich mich an das Renntempo gewöhnt habe und zuerst hat sich der Abstand zwischen Manfred und mir vergrößert. Dann kam ich doch immer besser in Schwung und bei der Hälfte der Strecke konnte ich Manfred überholen. Oben machte sich dann der Föhn bemerkbar und die Spur war zum Teil mit Pulverschnee eingeweht. Weil’s unten noch ziemlich warm war und oben nun der Pulver in der Spur war, haben die Felle an den Außenseiten zu „stollen“ begonnen. Es hat sich aber Gott sei Dank noch in Grenzen gehalten. Auch war die Spur doch eher flach angelegt, so dass man ziemlich viel Weg gemacht hat. Seit ein paar Wochen bin ich immer mit der Gignoux-Carbon-Bindung unterwegs und habe eigentlich noch nie Probleme gehabt. Doch nun beim Rennen kurz vor dem Ziel hab ich dann plötzlich den rechten Ski verloren und so musste ich mich die letzten 10 bis 15 hm mit einem Ski am Fuß und einem in der Hand ins Ziel kämpfen – das wird wahrscheinlich so 5 bis 8 Sekunden gekostet haben. Hm, diese Carbon-Bindung ist doch nicht wirklich renntauglich, weil man die beiden Bindungszapfen nicht verriegeln kann. Wenn mir das weiter unten passiert wäre, wäre das für mich und natürlich auch für’s Team ziemlich unangenehm gewesen. Weil ich mit ca. 2 min. Vorsprung oben ankam, sagte ich noch zu Max, er kann sich Zeit lassen und dosiert runter fahren.

Mit der Gewissheit, dass Max das schon machen wird, bin ich dann noch auf den Zischi gegangen, wo ich ja meine Frau Rikki vor 21 Jahren kennen gelernt habe. Als ich wieder im Aufstiegsziel war, habe ich gehört, dass Max gestürzt ist und ziemliche Probleme gehabt hat.

Als ich wieder unten in Praxmar war, hat sich meine anfängliche Enttäuschung schnell in Luft aufgelöst. Max hat zum einen den falschen Ski eingesetzt und dann arge muskuläre Probleme bekommen. Nach seinem Sturz war dann nur mehr „gemütliches“ Skifahren möglich. Gut, dass er sich nicht schlimmer verletzt hat und mit dem 3. Platz sind wir auch sehr zufrieden.

Auf jeden Fall hat jeder sein Bestes gegeben und hinterher haben wir noch viel darüber lachen können. Ergebnisse gibt’s auf: http://www.sportverein-sellrain.at/index.php/wildsaustaffel und den Bericht in der TT auch online auf: http://www.tt.com/sport/sportintirol/14118532-91/ein-sturz-ließ-den-traum-vom-sieg-bei-der-wildsau-staffel-platzen.csp